Bar & Tresen

WORUM GEHT ES?

Oh die Bar, die Bar – ein wuseliger Arbeitsbereich. Die Getränkekühlung birgt hier ein riesiges Einsparpotential. Auch setzen wir uns mit der Beschaffung auseinander und wiegen Leitungswasser gegen Flaschenwasser auf.

I.  Getränkekühlung

II.  Leitungswasser oder Flaschenwasser?

III. Regionale Getränke & Beschaffung

IV. Recycling & Pfand

V.  Spülen oder Spülmaschine?

 

WAS KÖNNT IHR UMSETZEN?

I.  Getränkekühlung

Leider sind Kühlschränke echte Stromfresser – besonders wenn sie älter als zehn Jahre sind. Somit fällt der Hauptstromverbrauch in Eurem Club auf die Getränkekühlung.

Ist es ratsam, sich einen neuen Kühlschrank zu besorgen? Wahrscheinlich schon… Leiht oder kauft Euch ein Strommessgerät und messt den realen Stromverbrauch 24 Stunden lang (bei einem betriebsfreien Tag und bei einem vollen Clubbetrieb). Ein Kühlschrank verbraucht nicht immer gleich viel Strom. Das Energiemessgerät wird Euch dann genau anzeigen, ob und wie viel Ihr einsparen könnt. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, empfehlen wir Euch eine Langzeitmessung vorzunehmen. Die Berliner Verbraucherzentrale bietet eine Ausleihe der Messgeräte für 14 Tage an – gegen Vorlage des Personalausweises und einer Kaution von 20 €. Oder Ihr fragt bei Eurem Stromanbieter nach.

Wenn Eure Kühlgeräte nicht in der Energieklasse A++ und A+++ liegen, raten wir Euch zu einer Neuanschaffung (About ProCold, Ecotopten, Blauer Engel). Denn die neuen Geräte sind energieeffizienter und schonen Euren Geldbeutel. Beim Kauf eines neuen Gerätes ist neben der Energieklasse auch auf die Klimaklasse zu achten. Klasse N (Normal) ist in beheizten Räumen mit einer Umgebungstemperatur von 16°-32°C geeignet; Klasse SN (Subnormal) hingegen fühlt sich in einem unbeheizten Raum bei 10°-32°C wohl.

Ihr habt einen gesponserten Kühlschrank oder sogar einen geschenkt bekommen? Wenn Ihr an die Sponsoren gebunden seid, besprecht, was machbar wäre, um energieeffizienter zu werden. Die Glastürkühlschränke sind sehr beliebt und vielleicht auch werbewirksam, doch werden bei einem Kühlgerät ohne Glastür enorme Energiekosten gespart. Mit Kreativität kann die Tür „aufgehübscht“ werden.

Weitere Ideen, um Energie, Kosten und CO2 zu sparen:

  1. Kühlgeräte auch mal ausschalten

Es ist nicht nötig, dass die Kühlgeräte im Dauerbetrieb sind. Wenn der Club an drei Tagen in der Woche in Betrieb ist, könnt Ihr die Kühlgeräte für die restlichen Tage ruhig ausschalten. Prüft dies natürlich vorher in der Gebrauchsanweisung Eures Gerätes. Wenn also möglich, dann Stecker aus der Dose.

  1. Sanft Vorkühlen

Ratsam ist eine sanfte Kühlkurve, also effizientes Vorkühlen: idealerweise 12 Stunden vor der Veranstaltung. Die optimale Temperatur eines Kühlschranks liegt zwischen 6° und 7°C. Alles darunter ist verschwendete Energie. Ihr könnt eine zeit- und temperaturgesteuerte Regelung der Getränkekühlung festlegen, um Getränke vor der Veranstaltung zu kühlen. Ein Kühlschrankthermometer kann helfen, die richtige Temperatur zu halten.

  1. Tut Eurem Kühlschrank etwas Gutes

Der optimale Stellplatz für Kühl- und Gefriergeräte befindet sich dort, wo es kalt ist. Also möglichst weit weg von Heizung, Heizungsrohren, Spülmaschine oder Sonneneinstrahlung. Denn sonst müssen sie doppelt arbeiten, um ihre volle Leistung zu bringen. Einmal jährlich sollte das Metallgitter an der Rückseite des Gerätes abgestaubt werden.

  1. Kühlschranktüren nicht offen lassen

Haltet die Türen von Kühlschränken und Kühlräumen so kurz wie möglich offen, um das Eindringen warmer, feuchter Luft zu minimieren. Durch das Entweichen der kalten Luft brauchen die Kühlgeräte, um die vorherige Temperatur wiederherzustellen, so viel Strom wie eine 60 Watt-Glühbirne, die zehn Minuten lang brennt. Dadurch werden jährlich etwa 20 unnötige kg CO2 ausgestoßen.

  1. Füllt den Kühlschrank voll auf

Befüllt die Kühlgeräte bis auf den letzten Platz, um jede kühle Stelle des Gerätes zu nutzen.

  1. Abtauen nicht vergessen

Beim Gefrierschrank sollten -18°C nicht unterschritten werden. Sobald Eure Gefriertruhe vereist ist, muss das Gerät abgetaut werden. Denn sonst wird zusätzliche Energie aufgewendet und unnötig verbraucht.

  1. Minikühlung? Weg damit!

Absolut nicht empfehlenswert sind Mini-Tischkühlschränke, die gut beleuchtet die Ware präsentieren, aber so viel Strom verbrauchen wie große Geräte.

  1. Kühlgerät korrekt entsorgen

Wohin nun mit dem alten Gerät? Elektrogeräte gehören nicht in den Hausmüll, sondern können auf den BSR-Recyclinghöfen kostenlos entsorgt werden. Außerdem bieten auch Händler und Hersteller häufig eine Rücknahme von Kühlgeräten an.

  1. Trockenkühlung bei Zapf-Anlagen

Bei Kauf von Zapfanlagen ist eine zusätzliche Trockenkühlung empfehlenswert, da Wasserkühlungen mehr Energie verbrauchen und wartungsintensiver sind.

 

II.  Leitungswasser oder Flaschenwasser?

Es gibt viele Vorteile, Leitungswasser auszuschenken. Herstellung, Reinigung und Recycling von Getränkeverpackungen entfallen. Genau wie der Transport sowie das Kühlen.

Leitungswasser anzubieten ist die günstigste, energiesparendste und ökologischste Variante an Getränken, die Ihr in Eurem Club anbieten könnt. In Berlin kostet der Liter weniger als einen Cent und das bei sehr guter Qualität. Die Berliner werden mit Trinkwasser aus einem großen und hochwertigen Grundwasservorkommen versorgt. Für einen Liter ungekühltes Mineralwasser werden 211 Gramm CO2 ausgestoßen. Für einen Liter ungekühltes Berliner Trinkwasser aus der Leitung nur 0,35 Gramm.

Da Leitungswasser kostenlos bleiben sollte und Ihr mit dieser Variante des Getränkeangebotes weniger verdient – aber viel an Wertschätzung und Ansehen gewinnt –, wäre es eine Möglichkeit, das Leitungswasser auf Spendenbasis auszuschenken – z. B. als Feinstes!. „Ein Glas Wasser 1 €“ – Die Hälfte des Geldes könntet Ihr an ein tolles (Wasser)Projekt o.ä. spenden.

Habt Ihr den Eindruck, dass das Wasser aus der Leitung sonderbar schmeckt, gibt es spezielle Filter, die die Qualität des Wassers erhöhen und Kalk, Chlor und andere geruchs- und geschmacksstörende Stoffe reduzieren. Wenn Ihr Euch mit Flaschenwasser wohler fühlt, empfehlen wir z. B. das Viva con Agua-Mineralwasser. Eine einfache und soziale Alternative zu dem Wasser von herkömmlichen privaten Unternehmen. Neben dem Wasservertrieb setzt sich die Hamburger Organisation für einen weltweiten menschenwürdigen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung ein. Ihr verkauft also Wasser für einen guten Zweck.

 

III. Regionale Getränke & Beschaffung

Nachhaltige Beschaffung – was ist das überhaupt? Es ist das bewusste Handeln, Produkte und Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, die von der Herstellung bis zur Entsorgung, unter Berücksichtigung sozialer, ökologischer und ökonomischer Aspekte, geringere negative Folgen für die Umwelt haben als vergleichbare Produkte und Dienstleistungen. Per SelfCheck könnt Ihr Euer Beschaffungsmanagement unter die Lupe nehmen.

Der regionale Bezug von Getränken ist für eine Stadt wie Berlin im Grunde sehr einfach. Es gibt immer mehr Unternehmen, die sich ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung bewusst sind. Regionalität sorgt für kurze Anfahrts- und Lieferwege mit geringem CO2-Ausstoß.

Beispielsweise versorgt Euch das Getränke- und Handelskollektiv GEKKO mit vielen unterschiedlichen Getränken für den Verkauf. GEKKO handelt als Genoss*innenschaft, Solidar- und Selbstverwaltungsgemeinschaft. Das heißt, alle Beteiligten (Produzent*innen, Lieferant*innen, Kund*innen und GEKKO-Mitarbeiter*innen) erhalten dasselbe Gehalt. Ziel ist ein gesellschaftlich faires Miteinander und nachhaltigen Handel zu fördern.

 

IV. Recycling & Pfand

Im Barbereich kommt natürlich Müll auf: Kronkorken, Gurken-/Zitronenscheiben, kaputte Gläser/Flaschen, Zigarettenmüll. All das kann recycelt und verwertet werden. Dafür braucht es ein System. Stellt die fünf Müllbehälter (Orange/gelb, blau, braun, grün/weiß und schwarz) gut erreichbar auf. Zigarettenstummel und Zubehör werden von der Initiative TerraCycle gesammelt. Generell raten wir eher zur Abfallvermeidung bevor es zum Recycling kommen sollte. Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht! (Berliner Abfallcheck).

Wie ist Euer Rückgabesystem von Bechern, Gläsern und Flaschen? Wir empfehlen in jedem Fall das Mehrwegsystem. PET-Mehrwegflaschen sind die umweltfreundlichste Verpackung für alkoholfreie Getränke, dicht gefolgt von Glas-Mehrwegflaschen. Mehrweg- statt Einwegsysteme entlasten die Umwelt sehr wirkungsvoll. Sie können im Barbereich und auch bei den von den Lieferanten genutzten Verpackungen zum Einsatz kommen.

 

V.  Spülen oder Spülmaschine?

Gute Frage! Aus ökologischer Sicht ist die Spülmaschine die sinnvollere Maßnahme. Mit dem Spülmaschinenrechner könnt Ihr testen, ob sich ein neues Gerät lohnen würde. Um zwölf Maßgedecke, ca. 140 Geschirrteile, zu spülen, werden per Hand im Durchschnitt rund 70 Liter Wasser und 1,8 Kilowattstunden Energie benötigt. Der Wasserverbrauch bei einer Spülmaschine kann bei 10 Litern pro Spülgang liegen und der Stromverbrauch liegt bei 0,85 Kilowattstunden. Ein großer Vorrat an Gläsern und Besteck kann dabei helfen, dass immer genug Geschirr zur Nutzung vorhanden ist.

 

 

Ihr habt Fragen und/oder Anregungen? Meldet Euch gerne per E-Mail bei uns: clubliebe e.V. hello@clubliebe-festival.org oder über das Kontaktformular.

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The Story of Bottled Water (Video, 08:05min)

GEKKO – Was bedeutet fairer Handel? (Video, 01:47min)

Energieeffizienz von Kühlschränken / UBA

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Thema Wasser / BWB

Viva con Agua de Sankt Pauli e.V.

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Tipps zur Abfallvermeidung

 

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